Warum mein Kind nicht hört

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Judith Braun

Erwachsenen-, Eltern- und Familiencoaching

Warum hört mein Kind nicht, obwohl ich es immer wieder sage? Gerade wenn Kinder wütend werden, Grenzen überschreiten oder Dinge kaputt machen, können Eltern schnell an ihre Grenzen kommen.

Wenn dein Kind in einem Wutanfall gegen Dinge schlägt oder sogar etwas kaputt macht, ist das erst einmal erschreckend.

Trotzdem lohnt es sich, in diesem Moment nicht nur auf das Verhalten zu schauen.

Denn hinter diesem Verhalten steckt oft ein Kind, das gerade komplett von seinen Gefühlen überrollt wird.

Inhaltsverzeichnis

Warum mein Kind nicht hört: Was steckt dahinter?

Wenn du dich fragst: „Warum hört mein Kind nicht?“, denkst du vielleicht zuerst daran, dass es deine Regeln nicht akzeptieren will oder einfach nicht hören möchte.

Gerade in einem heftigen Wutanfall sieht die Situation aber anders aus.

Dein Kind ist in diesem Moment nicht ruhig und überlegt: „Jetzt mache ich etwas kaputt.“

Es ist außer sich.

Gerade sehr impulsive Kinder können ihre starken Gefühle und Handlungsimpulse noch nicht so regulieren wie Erwachsene. Die Wut ist da, der Körper steht unter enormer Spannung und dein Kind weiß schlicht noch nicht, wohin damit. Das bedeutet nicht, dass du jedes Verhalten hinnehmen musst. Du darfst Grenzen setzen. Aber es hilft, wenn du dabei im Blick behältst, was gerade in deinem Kind passiert.

Wenn dein Kind in einem Wutanfall Dinge kaputt macht, geht es nicht nur um das kaputte Spielzeug oder den umgeworfenen Teller. Dein Kind ist gerade mit seiner eigenen Wut überfordert und braucht deine Hilfe, um wieder aus diesem Zustand herauszukommen.

Wenn dein Kind aus Wut Dinge kaputt macht

Wenn dein Kind in seiner Wut Dinge kaputt macht, darfst du klar eingreifen.

Es ist völlig in Ordnung, deinem Kind zu zeigen, dass Dinge nicht einfach zerstört werden dürfen.

Du musst dabei nicht laut werden.

Ein ruhiges und deutliches:

„Stopp. Das lasse ich nicht zu.“

kann ausreichen.

Danach braucht dein Kind aber eine Alternative.

Denn wenn die Wut so groß ist, dass dein Kind körperlich etwas tun muss, hilft ein einfaches „Hör auf!“ oft nicht weiter.

Menschen werden nicht geschlagen

Wenn dein Kind seine Wut gegen Gegenstände und nicht gegen andere Menschen richtet, ist eine wichtige Grenze möglicherweise schon angekommen:

Menschen werden nicht geschlagen.

Trotzdem bedeutet das natürlich nicht, dass dein Kind alles kaputt machen darf.

Du kannst die Grenze klar benennen:

„Stopp. Den Teller lasse ich dich nicht kaputt machen.“

Und dann kannst du deinem Kind zeigen, was es stattdessen tun darf.

Das ist gerade bei der Frage „Warum hört mein Kind nicht?“ wichtig. Dein Kind braucht in diesem Moment nicht nur eine Grenze. Es braucht auch eine Möglichkeit, mit seiner Wut umzugehen.

Sichere Möglichkeiten für große Wut schaffen

Darüber würde ich nicht erst mitten im nächsten Wutanfall sprechen. Sucht euch einen ruhigen Moment und überlegt gemeinsam:

Was kannst du tun, wenn deine Wut so groß wird, dass dein Körper unbedingt etwas damit machen muss?

Vielleicht darf dein Kind kräftig in ein Sofakissen schlagen, mit den Füßen aufstampfen, ein Kissen werfen oder ihr richtet einen geeigneten Platz ein, an dem es körperlich Dampf ablassen kann.

Manchen Kindern hilft auch ein Boxsack.

Wichtig ist dabei, dass dein Kind vorher weiß, welche Möglichkeiten es hat.

Es geht nicht darum, deinem Kind zu vermitteln: „Wenn du wütend bist, darfst du Dinge zerstören.“ Es geht darum, ihm sichere Möglichkeiten zu zeigen, mit denen es die starke körperliche Anspannung abbauen kann.

Warum mein Kind nicht hört, wenn es wütend ist

Vielleicht kennst du diese Situation:

In einem starken Wutanfall kann dein Kind deine Worte möglicherweise gar nicht so aufnehmen, wie du es dir wünschst. Es ist gerade mit seiner eigenen Wut beschäftigt. Deshalb bringen lange Erklärungen oder viele Aufforderungen in diesem Moment oft wenig.

Du kannst die Grenze kurz und klar setzen.

  • „Stopp.“
  • „Ich lasse dich das nicht kaputt machen.“
  • „Hier kannst du auf das Kissen schlagen.“
  • Mehr muss es in diesem Moment vielleicht gar nicht sein.

Dein Kind braucht dich gerade dann

Das vielleicht Wichtigste während eines solchen Wutanfalls bist du. Dein Kind ist in diesem Moment nicht gegen dich. Es ist mit seinen eigenen Gefühlen überfordert.

Wenn du jetzt ebenfalls laut wirst und immer wieder rufst: „Hör sofort auf!“, „Was soll das?!“ oder „Jetzt reicht es aber!“, kommt zu seiner Überforderung noch deine Wut dazu.

Versuche stattdessen, der ruhige Erwachsene zu bleiben. Du kannst die Grenze klar setzen:

„Stopp. Den Teller lasse ich dich nicht kaputt machen. Wenn du schlagen musst, nimm das Kissen.“

Und dann bleib da. Du musst die Wut nicht wegmachen und dein Kind auch nicht davon überzeugen, sofort wieder ruhig zu werden. Du begleitest es durch diesen Moment.

Was nach einem Wutanfall wichtig ist

Nach einem heftigen Wutanfall sind Kinder häufig völlig erschöpft.

Manchmal kommt nach der Wut auch Scham. Dein Kind weiß vielleicht selbst, dass sein Verhalten nicht in Ordnung war, und braucht jetzt keine lange Standpauke.

Jetzt braucht es wieder Verbindung.

Wenn dein Kind sich beruhigt hat, könnt ihr gemeinsam schauen: 

  • Was ist passiert?
  • Was hat dich so wütend gemacht? 
  • Was können wir beim nächsten Mal anders machen? 
  • Welche Möglichkeit könnte dir helfen, wenn die Wut wieder so groß wird? 
 

Natürlich können auch Konsequenzen dazugehören. Wenn etwas kaputtgegangen ist, könnt ihr gemeinsam überlegen, wie ihr damit umgeht oder was dein Kind tun kann, um es wieder in Ordnung zu bringen.

Aber zuerst kommt die Regulation. Danach kommt das Lernen.

Warum mein Kind nicht hört: Was steckt dahinter?

Wenn du dich fragst: „Warum hört mein Kind nicht?“, lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die Situation.

Manchmal braucht dein Kind in diesem Moment keine weitere Aufforderung und keine lange Erklärung. Es braucht einen Erwachsenen, der die Grenze hält und ihm gleichzeitig hilft, mit seiner Wut klarzukommen.

Denn dein Kind braucht in solchen Momenten keinen Erwachsenen, der genauso außer sich gerät wie es selbst.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell von Judith Braun geprüft und überarbeitet.

Judith Braun, Familiencoach in Hamburg, freundliches Porträt mit Licht und Schatten

Über Judith Braun Familiencoachin

Judith Braun ist Familiencoachin, ausgebildete Erzieherin und Pädagogin aus Hamburg. Seit über 15 Jahren begleitet sie Eltern und Familien. In Kindertagespflegestätten, im 1:1 Familiencoaching und in der systemischen Familienberatung. 

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