
Mein Kind (2) schreit und lässt sich nicht beruhigen
Es gibt Momente, in denen kein Trost der Welt anzukommen scheint. Was dein schreiendes Kind dann wirklich braucht, ist oft das Gegenteil von dem, was wir instinktiv tun.
Erwachsenen-, Eltern- und Familiencoaching
Du holst dein Kind ab. Es kommt raus — und innerhalb von zehn Minuten ist alles auseinander. Es weint wegen der falschen Jacke. Schmeißt den Rucksack. Will nicht ins Auto. Will ins Auto aber auf den falschen Sitz. Will Schokolade. Jetzt. Sofort. Und wenn nicht — Weltuntergang.
Du stehst da. Erschöpft von deinem eigenen Tag. Und denkst: Wirklich? Jetzt?
Gleichzeitig naht das schlechte Gewissen. Vielleicht liegt es an dir. Vielleicht machst du irgendetwas falsch. Vielleicht ist dein Kind unglücklich. Vielleicht, vielleicht, vielleicht. Und morgen früh ruft die Erzieherin an und sagt: „Alles super. Ihr Kind war heute besonders lieb.“ Du legst auf. Und verstehst die Welt nicht mehr.
„In der Kita ein Engel. Zu Hause ein Vulkan. Das ist kein Widerspruch — das ist das größte Kompliment das dein Kind dir machen kann. Du weißt nur noch nicht warum."
Judith Braun
Dein Kind hält den ganzen Tag zusammen. In der Kita gibt es Regeln, Strukturen, andere Kinder, Erzieherinnen — und keine bedingungslose Liebe. Dein Kind weiß: Hier muss ich funktionieren. Hier gibt es Konsequenzen. Hier bin ich nicht sicher genug, um alles rauszulassen.
Das kostet enorm viel Kraft.
Das kindliche Nervensystem ist den ganzen Tag in einer Art kontrollierten Anspannung. Es reguliert sich, passt sich an, hält zurück. Stundenlang. Das ist anstrengend — für ein Erwachsenengehirn, aber noch viel mehr für ein kindliches.
Und dann kommst du.
Du bist der sichere Ort. Du bist die Person, bei der dein Kind alles sein darf. Bei der es nicht funktionieren muss. Bei der es den ganzen aufgestauten Druck, die Erschöpfung, die Anspannung des Tages — abladen darf. Und genau das tut es. Sofort. Komplett. Ohne Filter.
In der Kita: kontrollierte Anspannung — Anpassung, Regulation, Funktionieren. An der Kitatür: Erleichterung — der sichere Ort ist da. Zu Hause: komplette Entladung — alles was den ganzen Tag gehalten wurde, kommt raus Das ist kein schlechtes Benehmen. Das ist ein Nervensystem das sich reguliert. Bei der Person, der es am meisten vertraut. Das bist du.
Das klingt schön. Sicherer Hafen. Vertrauensperson. Der Mensch dem dein Kind alles zeigen darf. Und gleichzeitig bedeutet es: Du bekommst das Schwerste ab. Den Druck. Die Erschöpfung. Die Eskalation. Während andere nur das funktionierende, liebe, kooperative Kind erleben. Das ist unfair. Und es ist gleichzeitig das Zeichen einer tiefen, sicheren Bindung.
In meiner Arbeit als Familiencoachin in Hamburg erlebe ich das ständig.
Eltern die sich fragen, ob sie irgendetwas falsch machen — weil ihr Kind zu Hause so anders ist als überall sonst. Eltern die erschöpft sind, weil sie den ganzen Tag arbeiten und abends noch den emotionalen Überlauf ihres Kindes auffangen. Eltern die nicht mehr wissen wie viel sie noch tragen können.
Das ist keine Schwäche. Das ist Menschlichkeit.
Und es ist der Ausgangspunkt von echtem Eltern- und Familiencoaching — nicht die Frage wie man das Kind ändert, sondern die Frage wie man als Elternteil wieder Kraft hat, dieser sichere Hafen zu sein.
Das kindliche Gehirn ist noch in der Entwicklung. Der präfrontale Kortex — zuständig für Impulskontrolle, Planung und das Verstehen von Konsequenzen — ist erst mit Mitte zwanzig vollständig ausgebildet. Das bedeutet: Kinder können von Natur aus nicht so gut „nicht tun“ wie wir es erwarten.
Was soll ich tun? Nicht: Was soll ich lassen. Das ist keine Erziehungsphilosophie — das ist Neurobiologie. Und es ist einer der wichtigsten Grundsätze im Coaching für Eltern und Familien.
„Du bekommst das Schwerste ab — weil dein Kind dir am meisten vertraut. Das ist keine Strafe. Das ist Bindung."
Judith Braun
Es gibt zwei Arten von Nachmittagschaos. Und der Unterschied ist wichtig.
Dein Kind ist müde. Ausgelaugt. Es braucht Ruhe, Essen, Nähe — und reagiert auf alles mit Weinen oder Quengeln. Das ist kein Trotz. Das ist ein leerer Akku. Die Lösung ist nicht Grenze — die Lösung ist Auffüllen. Essen, Nähe, ruhige Zeit, kein Input.
Dein Kind testet. Es provoziert, fordert, eskaliert gezielt — und schaut dabei ob du standhältst. Das ist auch kein böser Wille. Das ist die Frage: Bist du noch da? Hältst du noch? Bin ich sicher? Die Lösung hier ist nicht Nachgeben — die Lösung ist ruhige, klare Präsenz. Einmal klar sagen was gilt. Und dabei bleiben.
weint, quengelt, zieht sich zurück, will Nähe aber weiß nicht wie → Braucht: Essen, Ruhe, körperliche Nähe, wenig Reize
provoziert, fordert, schaut ob du reagierst, steigert sich wenn du nachgibst → Braucht: ruhige Klarheit, einmal sagen was gilt, dabei bleiben
Beides sieht ähnlich aus. Beides braucht eine andere Antwort. Das zu unterscheiden ist eine der wichtigsten Fähigkeiten im Familienleben — und eine der ersten Dinge die wir im Coaching für Eltern und Familien erarbeiten.
Du kannst nur ein sicherer Hafen sein, wenn du selbst irgendwo ankern kannst. Das klingt offensichtlich — und wird trotzdem von fast allen Eltern ignoriert, die zu mir in die systemische Familienberatung kommen.
Das ist der Kern von Elterncoaching der wirklich wirkt. Nicht Techniken. Nicht Ratschläge. Sondern die ehrliche Auseinandersetzung mit dem, was du selbst brauchst — um geben zu können, was dein Kind braucht.
Das sind keine Schwächen. Das sind die ehrlichsten Sätze, die Eltern je sagen. Und sie sind der Anfang von echter Veränderung.
Kein 12-Wochen-Programm. Keine Theorie. Drei konkrete Dinge für heute Nachmittag.
Wenn dein Kind an der Kitatür kippt: atme einmal. Sag dir innerlich: Das ist kein Angriff. Das ist Entladung. Das ist Bindung. Das gibt dir drei Sekunden Abstand zwischen Reiz und Reaktion. Diese drei Sekunden verändern alles.
Ist dein Kind leer — oder testet es? Braucht es Auffüllen — oder Klarheit? Diese Frage stellen reicht. Die Antwort kommt meistens von selbst, wenn du kurz hinschaust statt sofort zu reagieren.
Fünf Minuten. Kurz ankommen. Kurz atmen. Kurz du selbst sein — bevor du wieder Mutter oder Vater bist. Das ist kein Luxus. Das ist die Voraussetzung für alles andere.
Drei Sätze für den nächsten schwierigen Nachmittag
Wenn dein Kind in der Kita funktioniert und zu Hause ausrastet — dann machst du nicht irgendetwas falsch. Du machst etwas richtig. Du bist der sichere Ort. Der Mensch dem dein Kind alles zeigen darf. Das ist das Schwerste und gleichzeitig das Schönste an Elternsein. Und es ist der Grund, warum echtes Eltern- und Familiencoaching nicht beim Kind anfängt — sondern bei dir.
Wenn du weißt was gerade passiert, verändert sich wie du darauf reagierst.
Wenn du weißt was dein Kind braucht, verändert sich was du gibst. Und wenn du weißt was du selbst brauchst — verändert sich alles. Als systemische Familiencoachin und Familiencoach Hamburg begleite ich Eltern genau in diesem Prozess. Ob du Familiencoaching in Hamburg suchst, eine familien beratung online oder einfach jemanden der klar und ehrlich mit dir hinschaut — der erste Schritt ist ein kostenloses Gespräch. Ohne Warteschlange. Ohne Formular. Ohne Druck.
„Dein Kind rastet bei dir aus weil du der sicherste Mensch in seinem Leben bist. Das ist kein Problem. Das ist euer Band. Und genau da fangen wir an."
Judith Braun
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell von Judith Braun geprüft und überarbeitet.
Judith Braun ist Familiencoachin, ausgebildete Erzieherin und Pädagogin aus Hamburg. Seit über 15 Jahren begleitet sie Eltern und Familien — in Kindertagespflegestätten, im 1:1 Familiencoaching und in der systemischen Familienberatung.

Es gibt Momente, in denen kein Trost der Welt anzukommen scheint. Was dein schreiendes Kind dann wirklich braucht, ist oft das Gegenteil von dem, was wir instinktiv tun.

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