Warum hört mein Kind nicht auf mich

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Judith Braun

Erwachsenen-, Eltern- und Familiencoaching

„Mein Kind hört einfach nicht auf mich!“

Du rufst dein Kind, aber es kommt keine Reaktion. Du rufst noch einmal und wieder passiert nichts. Beim dritten Mal wirst du lauter und irgendwann denkst du nur noch: „Warum hört mein Kind eigentlich nie auf mich?“

Vielleicht hört dein Kind dich tatsächlich gerade nicht so, wie du denkst.

Inhaltsverzeichnis

Warum dein Kind nicht auf dich hört

Woran kann das liegen?

Wenn du das Gefühl hast, „mein Kind hört nicht auf mich“, denkst du vielleicht schnell, dass es dich absichtlich ignoriert oder einfach nicht machen möchte, was du sagst.

Gerade bei jüngeren Kindern kann aber etwas ganz anderes dahinterstecken.

Kinder können ihre Aufmerksamkeit noch nicht so steuern wie Erwachsene. Wenn dein Kind gerade intensiv spielt, malt, baut oder in einer Fantasiewelt versunken ist, dann ist es mit seiner Aufmerksamkeit ganz dort.

Deine Stimme aus der Küche kann in diesem Moment tatsächlich nur wie ein Geräusch im Hintergrund ankommen. Nicht unbedingt, weil dein Kind dich absichtlich ignoriert. Sondern weil seine Aufmerksamkeit gerade ganz woanders ist.

Wenn dein Kind beim Spielen nicht auf dich reagiert, bedeutet das nicht automatisch, dass es dich absichtlich ignoriert. Manchmal ist es einfach so sehr in seiner Beschäftigung, dass deine Aufforderung gar nicht richtig bei ihm ankommt.

Kinder sind ganz im Moment, deswegen hört es nicht

Stell dir vor, dein Kind baut gerade einen hohen Turm aus Bauklötzen. Es ist konzentriert, probiert etwas aus und möchte unbedingt sehen, wie hoch der Turm werden kann.

Dann rufst du aus der Küche:

„Komm bitte, wir müssen los!“

Für dich ist diese Information wichtig und eindeutig.

Für dein Kind kann deine Stimme in diesem Moment aber tatsächlich nur ein Geräusch aus dem Hintergrund sein.

Das Gehirn deines Kindes befindet sich noch mitten in der Entwicklung. Gerade jüngere Kinder können ihre Aufmerksamkeit noch nicht so leicht von einer Sache lösen und auf etwas Neues richten.

Wenn du dann erwartest, dass dein Kind sofort alles stehen und liegen lässt, kann es schnell zu Frust auf beiden Seiten kommen.

Geh hin und nimm Kontakt auf

Wenn du wirklich möchtest, dass etwas bei deinem Kind ankommt, versuche nicht, durch die ganze Wohnung zu rufen.

Geh zu deinem Kind.

Geh auf Augenhöhe, sprich es mit seinem Namen an und nimm Blickkontakt auf. Wenn dein Kind das mag, kannst du es auch sanft berühren.

Warte einen Moment und schau, ob du seine Aufmerksamkeit hast.

Erst dann sagst du, was du von ihm möchtest.

Zum Beispiel:

„Paul, schau mich einmal an. Wir ziehen jetzt die Schuhe an und fahren los.“

Das ist für dein Kind viel leichter einzuordnen als eine Aufforderung, die aus dem Nachbarzimmer kommt.

Erst Kontakt, dann Aufforderung. Wenn du merkst, dass dein Kind dich wahrnimmt, kann deine Botschaft viel leichter bei ihm ankommen.

Wenn deine Stimme zum Hintergrundgeräusch wird

Je häufiger wir aus der Entfernung rufen und unsere Aufforderungen immer wieder wiederholen, desto größer wird die Gefahr, dass unsere Stimme irgendwann tatsächlich zum Hintergrundgeräusch wird.

  • „Komm jetzt.“
  • „Ich habe gesagt, du sollst kommen.“
  • „Wie oft soll ich das denn noch sagen?“
  • „Jetzt komm endlich!“
 

Und irgendwann werden wir laut, weil wir das Gefühl haben, unser Kind hört erst, wenn wir schreien.

Versuche, diesen Kreislauf früher zu unterbrechen.

Nicht fünfmal lauter rufen, sondern einmal hingehen und Kontakt herstellen.

So bekommt dein Kind die Chance, wirklich zu verstehen, dass du gerade etwas von ihm möchtest.

Kinder hören nicht wegen ihrem Zeitgefühl

Vielleicht kennst du auch diesen Satz:

„Ich habe dir das doch vor fünf Minuten gesagt!“

Für dich sind diese fünf Minuten eine klare Zeitspanne.

Für dein Kind möglicherweise überhaupt nicht.

Es war währenddessen im Spiel, hat etwas entdeckt oder war mit einer anderen Sache beschäftigt. Und plötzlich stehst du da und bist sauer, weil etwas nicht passiert ist, dessen Dringlichkeit dein Kind vielleicht gar nicht verstanden hat.

Kinder erleben Zeit anders als Erwachsene. Gerade jüngere Kinder können noch nicht immer gut einschätzen, wie lange etwas dauert oder wie bald etwas passieren muss.

Wenn ihr also in fünf Minuten los müsst, kann eine konkrete Ansage helfen:

„Du kannst noch dein Spiel fertig machen. Danach ziehen wir die Schuhe an und fahren los.“

Das gibt deinem Kind eine bessere Orientierung, als die gleiche Aufforderung mehrmals aus dem Nebenraum zu rufen.

Was im Alltag helfen kann, wenn dein Kind nicht hört

Wenn du merkst, dass dein Kind nicht auf dich hört, kannst du einmal ausprobieren, wie viel sich verändert, wenn du wirklich Kontakt aufnimmst.

Geh zu deinem Kind, sag seinen Namen und warte kurz, bis es dich wahrnimmt. Dann formuliere deine Bitte möglichst klar und einfach.

Beispiel

Statt:

„Kannst du jetzt vielleicht langsam mal kommen, wir müssen doch los und ich habe dir das schon so oft gesagt?“

kannst du sagen:

„Wir fahren jetzt los. Bitte zieh deine Schuhe an.“

Je klarer deine Ansage ist, desto leichter kann dein Kind verstehen, was jetzt von ihm erwartet wird.

Was, wenn dein Kind trotzdem nicht reagiert?

Manchmal gehst du zu deinem Kind, sprichst es mit seinem Namen an und trotzdem kommt keine Reaktion. Auch dann musst du nicht sofort davon ausgehen, dass dein Kind dich absichtlich ignoriert.

Schau zuerst, womit dein Kind gerade beschäftigt ist. Vielleicht steckt es so tief im Spiel, dass der Wechsel zu etwas anderem gerade schwerfällt. Dann kann es helfen, dein Kind auf den Übergang vorzubereiten.

„Du kannst noch einmal mit deinem Turm bauen, dann räumen wir auf und ziehen die Schuhe an.“

So bekommt dein Kind Zeit, sich innerlich darauf einzustellen, dass gleich etwas anderes passiert.

Gerade bei Dingen, die regelmäßig schwierig sind, können feste Abläufe helfen. Wenn dein Kind weiß, was morgens passiert, wann gespielt wird und wann ihr losgeht, muss es nicht jedes Mal neu herausfinden, was als Nächstes kommt.

Und manchmal braucht es einfach deine Unterstützung beim Wechsel.

Du kannst sagen:

„Ich sehe, dass du noch weiterspielen möchtest. Jetzt müssen wir los. Ich helfe dir beim Aufräumen.“

Du bleibst dabei bei deiner Entscheidung, ohne dein Kind dafür verantwortlich zu machen, dass ihm der Übergang gerade schwerfällt.

Kontakt vor Aufforderung

Vielleicht liegt die Lösung also gar nicht darin, dein Kind dazu zu bringen, besser zu hören.

Vielleicht geht es zunächst darum, dafür zu sorgen, dass deine Botschaft überhaupt bei ihm ankommt. Wenn dein Kind gerade tief im Spiel ist, geh hin. Nimm Kontakt auf. Schau es an und sprich ruhig mit ihm. Kontakt vor Aufforderung. Nähe statt Rufen. Klare Worte statt fünf Wiederholungen aus dem Nebenraum. Denn manchmal ist das Problem gar nicht, dass dein Kind nicht auf dich hören will.

Vielleicht musst du erst dafür sorgen, dass es dich wirklich hört.

Dein Kind hört nicht, mein Fazit

Wenn du Unterstützung brauchst

Wenn du dich im Familienalltag immer wieder fragst, warum dein Kind nicht auf dich hört und ihr dadurch ständig in Konflikte geratet, kann es helfen, einmal genauer auf eure Situationen zu schauen.

In meiner Familienberatung können wir gemeinsam herausfinden, was hinter eurem Alltag steckt und welche Veränderungen für euch wirklich sinnvoll sind.

Du möchtest herausfinden, was hinter dem Verhalten deines Kindes steckt? Dann vereinbare gerne ein kostenloses Erstgespräch.

Du möchtest herausfinden, was hinter dem Verhalten deines Kindes steckt? Dann vereinbare gerne ein kostenloses Erstgespräch.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell von Judith Braun geprüft und überarbeitet.

Judith Braun, Familiencoach in Hamburg, freundliches Porträt mit Licht und Schatten

Über Judith Braun Familiencoachin

Judith Braun ist Familiencoachin, ausgebildete Erzieherin und Pädagogin aus Hamburg. Seit über 15 Jahren begleitet sie Eltern und Familien. In Kindertagespflegestätten, im 1:1 Familiencoaching und in der systemischen Familienberatung. 

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